
CD der Woche
Lana Del Rey - "Born To Die"
Nach dem Hype um den Debüthit "Video Games": das erste mit großer Spannung erwartete Album des Jahres 2012
Was wurde nicht in den letzten Monaten über Lana Del Rey geschrieben und recherchiert. Ist sie wirklich authentisch? Das einfache Mädchen aus der Unterschicht, das in einem Wohnwagenpark gelebt hat? Offensichtlich nicht, inzwischen geht die Popwelt davon aus, dass sie eher aus gutem Haus stammt und von ihren Produzenten das melancholische Image verpasst bekam - samt Künstlernamen. Und die Debütsingle "Video Games" wurde - wie es sich heutzutage fast schon gehört, um als angeblicher Independent-Tipp die Musikexperten aufhorchen zu lassen - via YouTube zum Mega-Hit. Ende 2011 schoss Elizabeth Grant, wie Lana eigentlich heißt, mit diesem Song auch in Deutschland auf Platz 1 der Charts und stach aus den typischen Lady-GaGa-Katy-Perry-Jessie-J-Sounds, die derzeit dominieren, deutlich heraus.Auf "Born To Die" legt Lana Del Rey nun zwölf Songs vor, bei denen mal am Ende nicht so recht weiß, wie man sie einordnen soll. Anleihen an Amy Winehouse sind unverkennbar, irgendwie ist das oftmals gar nicht Mainstream, aber dann doch wieder ... irgendwie. Ganz viel Soul, etwas R'n'B, ein guter Schuss Pop, eine Brise Sheryl Crow, Nancy Sinatra und "Twin Peaks"-Mystery - obendrauf eine feine Retro-Soße. Garniert mit dieser ungewöhnlichen, betörenden Stimme mit dem unbestreitbaren Wiedererkennungswert.
Kunstprodukt oder nicht - ein Album, das sich zu entdecken lohnt.
Sven Steiner
"Video Games" -
"Born To Die" -
"Off To The Races" -
"Diet Mountain Dew" -
"Dark Paradise" -











